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Kirche + Leben vom 21.02.2010 (Interview: Katrin Reinders)

3 Fragen, 3 Antworten

Das geistige Erbe lebendig halten

Johannes Georg Claessens ist neuer Vorsitzender der Arnold-Janssen-Solidaritätsstiftung. In München lebend, will er für die Stiftung werben.

Kirche + Leben: Wie wollen Sie Ihre neue Aufgabe als Vorsitzender der Arnold-Janssen-Solidaritätsstiftung von München aus erfüllen?

Konsul Dr. J. Georg Claessens: Die Standortsituation ist im Zeitalter von Internet und E-Mail kein Manko, zumal ich als Manager das Reisen gewohnt bin. Mit Georg Kaster verfügt die Stiftung zudem über einen erstklassigen Geschäftsführer vor Ort. Meine Hauptaufgabe wird deshalb sein, die Stiftung bundesweit bekannter zu machen, vor allem bei potenziellen Spendern und Zustiftern. Wenn Sie Revue passieren lassen, was die Stiftung in der kurzen Zeit ihres Bestehens in Goch und darüber hinaus alles auf die Beine gestellt hat, erkennen Sie: An Ideen und Konzepten, wie diese Ziele erreicht werden können, herrscht kein Mangel. Was der Stiftung fehlt, ist das Geld. Und um das aufzutreiben muss man bundesweit agieren.

Kirche + Leben: Welche Ziele stehen im Fokus Ihrer Arbeit:

Konsul Dr. J. Georg Claessens: Neben der Sorge für Spender und Zustifter werde ich auch eigene Ideen und Vorschläge in die Arbeit der Stiftungsgremien einbringen. So ist mir der Erhalt der Liebfrauenkirche in Goch ein ganz persönliches Anliegen. Außerdem möchte ich die Zusammenarbeit mit der Gaesdonck vertiefen, der Schule Arnold Janssens. Eine Einrichtung, die ich als Schule mit breit gefächerter Kulturarbeit, getragen von christlichem Geist und hohem pädagogischen Niveau, kennen gelernt habe.

Kirche + Leben: Was bedeutet Ihnen persönlich die Arnold-Janssen-Solidaritätsstiftung?

Konsul Dr. J. Georg Claessens: Als gebürtiger Gocher habe ich stets mit regem Interesse verfolgt, was in meiner Heimatstadt geschieht. Da hat mich die Gründung und die Arbeit der Stiftung fasziniert. Denn die Stiftung hat es nicht nur verstanden, dass in Goch das geistige Erbe Arnold Janssens lebendig gehalten werden muss, sondern sie hat daraus Konsequenzen gezogen. Statt langweilige Denkmalpflege zu betreiben, haben ihre Gremien darüber nachgedacht, wie das Erbe von Arnold Janssen ins Heute zu übersetzen ist. In diesem Zusammenhang ist der Arnold-Janssen-Preis als Vorbild herauszustellen.


Die Tagespost vom 18.06.2009

Beim Namen genannt

Der Arnold-Janssen-Preis 2010 geht an die weltweit tätige Kindernothilfe. Dies gaben der Geschäftsführer der Arnold-Janssen-Solidaritätsstiftung, Georg Kaster, Dietmar Roller (Bild), Auslandsvorstand der Kindernothilfe, und Pater Hans Peters SVD, Kuratoriumsmitglied der Arnold-Janssen-Solidaritätsstiftung am Dienstag bei einem Pressegespräch am Sitz der Kindernothilfe in Duisburg bekannt. "Mit der Verleihung des Arnold-Janssen-Preises an die Kindernothilfe wollen wir einen spürbaren Beitrag zu dem leisten, was Arnold Janssen heute wichtig wäre. Und dazu zählt ganz sicher der tatkräftige Einsatz für die schwächsten und schutzbedürftigsten Mitglieder einer jeden Gesellschaft - die Kinder", so Kaster. "Weltweit leben Millionen Kinder unter menschenunwürdigen Bedingungen. Sie leiden unter Mangelernährung und fehlender Gesundheitsversorgung. Sie haben kein Dach über dem Kopf und keinen Zugang zu Bildung. Sie werden als Kindersoldaten und Sexsklaven auf das Schändlichste missbraucht. Mit vorbildlichen Projekten trägt die Kindernothilfe dazu bei, die Not vieler dieser Kinder zu lindern und ihre Lebensbedingungen zu verbessern", so Kaster weiter. Der Auslandsvorstand der Kindernothilfe zeigte sich erfreut. "Es ist ein ermutigendes Zeichen, dass die Arnold-Janssen-Solidaritätsstiftung unsere Arbeit mit diesem Preis auszeichnet. Dafür sagen wir aufrichtig Dank. Wir haben entschieden, das Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro für Projekte zu verwenden, die dem Kinderhandel den Kampf ansagen", erklärte Roller. Der Steyler Missionar Pater Hans Peters SVD, Kuratoriumsmitglied der Arnold-Janssen-Solidaritätsstiftung und langjähriger Rektor des Mutterhauses der Steyler Missionare, meinte: "Ich bin sicher, dass auch Arnold Janssen mit der Wahl des neuen Preisträgers sehr zufrieden ist." Die Preisverleihung findet im Rahmen der "4. Internationalen Gocher Gespräche" kommenden Januar statt. Die hochkarätig besetzte Experten-Tagung trägt den Titel "Kinder - Was ist uns unsere Zukunft wert".


Rheinische Post vom 08.06.2009

Den Glauben feiern

Von Werner Stalder 

Goch (RP) Prominente  Gäste und ein volles Programm bestimmten die Arnold-Janssen-Tage. Im Jahr des 100. Todestages des Heiligen Arnold Janssen stand diesmal das Thema "Mission" im Mittelpunkt.

Zu den Arnold-Janssen-Tagen in Goch kommen Bischöfe aus der ganzen Welt und unterstreichen damit den missionarischen Charakter des Heiligen Arnold Janssen, der 1837 in Goch geboren wurde und Gründer des weltweit tätigen Steyler Missionswerkes ist.

Dass nun der Erzbischof von Bamberg, Dr. Ludwig Schick, zu einem feierlichen Pontifikalamt nach Goch kam, hatte einen besonderen Grund: Seit 2006 leitet der Oberhirte als Nachfolger von Bischof Franz Kamphaus die Kommission "Weltkirche" der Deutschen Bischofskonferenz. Dr. Ludwig Schick, Jahrgang 1949, wurde 1998 in Fulda zum Bischof geweiht und ist seit 2002 Erzbischof von Bamberg.

Beste Initialzündung

In der Arnold-Janssen-Kirche stand die Liturgie vom Dreifaltigkeitssonntag im Mittelpunkt der Eucharistiefeier. Mit dem Bischof war auch Generalvikar Msgr. Prof. Dr. Obiora Ike am Altar. Den Dienst als Diakon versah Werner Kühle, der zudem das Matthäus-Evangelium verlas.

"Jetzt dürfen wir unseren Glauben feiern, das Höchste, Schönste und Beste, was uns Christgläubigen geschenkt ist", begann der Erzbischof seine Predigt. Schöne, ansprechende, innerliche Gottesdienste hätten mehr Menschen zum Glauben gebracht als alle Diskussionen, Talks und Veranstaltungen. "Der Gottesdienst und besonders die Eucharistie sind Quelle und Höhepunkt unseres Glaubens und beste Initialzündung für Mission, Evangelisation, Hinwendung zum Glauben und Werbung für ein christliches Leben", führte der bischöfliche Gast aus Bamberg aus.

Das Fest Dreifaltigkeit habe viel mit Mission zu tun, "ja, es ist das Fest der Mission". Im Evangelium dieses Hochfestes sei der "Missionsbefehl Jesu" verkündet worden. "Auch hier in Goch, in der Stadt des Heiligen Arnold Janssen, geht es um Mission", sagte Dr. Schick. Er erinnerte daran, dass der Begriff Mission ein befleckter sei.

In der Geschichte sei vieles geschehen, was ihm - leider Gottes - seine Reinheit und Unschuld genommen habe. In bestimmten Zusammenhängen könne er überhaupt nicht mehr verwendet werden. Der Erzbischof erklärte, in den Beziehungen und Gesprächen mit "den älteren Geschwistern, den Juden", aber auch im Kontext der Missionierung Lateinamerikas, "können wir den Begriff Mission nur dann verwenden, wenn wir zuvor genau geklärt haben, was wir meinen und wollen".

Das Fest "Dreifaltigkeit" könne helfen, diesen Begriff neu zu buchstabieren. Das Pontifikalamt wurde live von Radio Horeb übertragen. Wesentlichen Anteil an der festlichen Gestaltung hatte der Chor der Arnold-Janssen-Kirche mit den Vereinigten Kirchenchören Pfalzdorf. Unter der Leitung von Wolfgang Nowak, an der Orgel Paul Naberfeld, kam die "Missa Quinta" von Franz Arnfelser zu Gehör.


 

 

Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) vom 08.06.2009

Erzbischof warnt vor falschem Missionsverständnis

Goch (KNA)

Vor einem falschen Missionsverständnis hat der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Ludwig Schick, gewarnt. Mission dürfe "niemals den Geruch der Rekrutierung annehmen", sagte der Bamberger Erzbischof am Samstagabend in Goch. Die Weitergabe des Glaubens und die Evangelisation müsse "auf die Eigendynamik der Botschaft setzen". Ein Problem der Mission in früheren Zeiten sei gewesen, dass sie zu sehr "gemacht" gewesen sei, zu viel Strategie und menschliche Zielbestimmung gehabt habe.

Mission müsse "mehr säen und dann alles dem Herrn überlassen", sagte Schick. In der Geschichte sei vieles geschehen, was dem Begriff Mission seine Unschuld genommen habe. So könne er in den Beziehungen zu den Juden nicht mehr verwendet werden. Auch mit Blick auf die Missionierung Lateinamerikas sei er nur dann zu verwenden, wenn zuvor genau geklärt sei, was darunter zu verstehen sei.

Schick äußerte sich bei einem Gottesdienst und einer Gesprächsrunde im Rahmen der Arnold-Janssen-Tage 2009 im niederrheinischen Goch. Die von Freitag bis Sonntag dauernde Veranstaltung mit Vorträgen Podiumsdiskussionen, Gottesdiensten und einem bunten Programm erinnert an den 100. Todestag des Heiligen Arnold Janssen (1837 - 1909), der in Goch geboren wurde und den Steyler Missionsorden gründete. Er war 2003 heiliggesprochen worden.


 

 

Gocher Wochenblatt vom 06.05.2009

Miteinander

Franz Geib
von Franz Geib

Die Arnold-Janssen-Tage werden lockerer, bunter.
Dieser Tage erreichte die Redaktion das Programm der diesjährigen Tage (Bericht folgt hierzu noch), die im Juni in Goch über die Bühne gehen werden.

Und diesmal, erstmals, ist das sprichtwörtlich gemeint. Ein komplettes Bühnenprogramm im Rahmen des "Forums der Begegnung" haben die Organisatoren eingeplant.

Darunter sind natürlich so Punkte wie Gottesdienste, Talk unter Missionaren, Gelegenheit zur Beichte oder Pontifikalamt.

Doch es gibt noch viel mehr. Zum Beispiel Russische Gesänge, Trommelworkshop, Kalligrafie-Workshop, Rockmusik für Kinder mit Mitmachprogramm, Theater mit farbenfrohen Großfiguren und fetziger Musik für Kinder ab sechs Jahre.

Forum der Begegnung lautet die Überschrift in diesem Jahr. Begegnet sind sich bei dem Programm nicht nur Würdenträger, sondern viele Gocher und Gocherinnen, die ihren Beitrag zu den Arnold-Janssen-Tagen leisten.

Im Jahr des 100. Todestages des heiligen Arnold Janssen wollten die Macher des Programms nicht nur prominente Gäste zu Wort kommen lassen, sondern eben auch das Volk.

Miteinander eben.



Niederrhein Nachrichten vom 06.05.2009

Mission auf drei Säulen

Stefanie Heun
Arnold-Janssen-Tage 5. bis 7. Juni: Gocher Gruppen der Pfarreien gestalten das Programm

Goch. Mission findet auch vor Ort statt. "Unsere Projekte", so der Stadtpastor Günter Hoebertz, "haben Bedeutung fürs Weltgeschehen." Höchste Zeit, dass sich die Missionsgruppen der Gocher Pfarreien einmal vorstellen. Und somit hat der Pfarrer und Vorsitzender der Arnold-Janssen-Solidaritätsstiftung die Programmgestaltung der Arnold-Janssen-Tage in Goch genutzt, um dem ehrenamtlichen Engagement in Goch eine Bühne zu geben. "Neben den vielen prominenten und überregional bekannten Gästen", so Hoebertz, "werden sich jetzt auch viele Gocher und Gocherinnen aktiv am Programm beteiligen."

Das Michaelsheim wird dabei zum "Forum der Begegnung". Rund um die St. Maria Magdalena Kirche werden sich vom 5. bis 7. Juni die Missionshilfe Kuba darstellen, die Kolpinggruppe, die Jugendgruppen der Pfarreien, die Kirchenchöre und die Gaesdonck. "Es gibt gute Gründe", so Hoebertz, "dass sich die Gaesdonck an diesem Fest im Jahr des 100. Todestages des Heiligen beteiligt: Erstens ist die Internatsschule in bischöflicher Hand. Zweitens war Arnold Janssen ein Gaesdoncker der ersten Stunde. "Wir wollen unseren Heiligen feiern", sagt der Stiftungsvorsitzende. Keinder der drei Festtage wird ohne Musik vonstatten gehen. Maßgeblich daran beteiligt ist das Collegium Augustinianum Gaesdonck mit ihrer Bigband "Grandma's Livingroom Foundation" und den "White Africans", die afrikanisches Flair in die Arnold-Janssen-Tage bringen wollen. Schwerpunktthema im Jahr des Todestages des Steyler Missionsgründers ist die Mission. "Das Programm dazu", so Hoebertz, "fußt auf drei Säulen." Möglichst viele Gocher sollen sich im und ums Michaelsheim mit ihren Ständen präsentieren "und zeigen, welches Erbe sie tragen."

Um den Heiligen Arnold Janssen gebührend zu feiern, braucht es Spiritualität, Kultur und Begegnung. "Wir werden den Vater-Unser-Weg gehen", erklärt der Pastor. Den Auftakt machen "Nightfever", Jugendliche des Weltjugendtages, und am Freitag, 5. Juni, um 20.00 Uhr eine Andacht in der Maria Magdalena Kirche halten. "Dass der Erzbischof Ludwig Schick aus Bamberg zu uns kommt", sagt Günter Hoebertz, habe sich bereits herum gesprochen. Zusammen mit dem Erzbischof Raphael Cheenath aus Indien, dem Generalsuperior Pater Antonio Pernia aus Rom und Dr. Obiore Ike, dem Generalvikar aus Nigeria werden die Oberstufenschüler der Gaesdonck am Samstagabend, 6. Juni, die Talk-Runde in der Gaesdonck halten zum Thema "Missionare im Gespräch". Die Moderation übernimmt Stephan Kulle, bekannt aus Funk und Fernsehen, der wiederum im Rahmen der Arnold-Janssen-Tage aus seinem Buch lesen wird.

Alle prominenten Gäste werden zu interessanten Themen sprechen wie "Christenverfolgung in Indien" oder "Missionar auf Zeit". "Während Eltern den Vorträgen im Kolpinghaus lauschen", sagt der Pastor, "findet parallel dazu ein buntes Kinderprogramm rund um den Kirchplatz statt. Heiner ist seit 1969 Rockmusiker für Kinder und hat zu allen Themen schon fetzige Mitmachlieder komponiert: Zum Streit zwischen dem großen und dem kleinen Zeiger einer Uhr, einen Rap über "Freundschaft" und das "Pfützenplanscherlied".

Mitreißende Bauernhofgeschichten erzählt das Kindertheater Hille Pupille. "Voll drauf" ist ein Stück über Lebensfrust für mehr Lebenslust. Eine Kinderrallye wird an den Arnold-Janssen-Tagen stattfinden, Hüpfburgen sind aufgebaut, Workshops und ihre Ergebnisse werden auf der Bühne präsentiert mit indonesischen Tänzen, Trommeln und Kalligrafie. "Und die Missionshilfe Kuba wird Würtchen verkaufen", sagt der Pfarrer.

Denn neben berühmten Gästen werden auch zahlreiche Gocher Gruppen aktiv zum Programm der Arnold-Janssen-Tage beitragen. "Ohne sie", sagt Dr. Georg Kaster, der Geschäftsführer der Solidaritätsstiftung, "wäre ein solches Programm nicht zustande gekommen!"

Der Programmflyer zu den Arnold-Janssen-Tagen vom 5. bis 7. Juni ist druckfrisch in allen öffentlichen Einrichtungen in Gocher erhältlich.



NRZ vom 03.09.2008

Ein bescheidener Junge mit großen Ohren

Hilfsprojekt. Kinder der Liebfrauen Grundschule unterstützen Schulen und Schulkinder in Ghana in den Afram Plains

Goch. Jetzt ist es öffentlich: Die Kinder der Liebfrauen Grundschule unterstützen künftig Schüler in Ghana. Engeline Aymans, Schulleiterin, verrät: "Wir haben mit unserem jährlichen Osterbasar immer schon für einen guten Zweck gespendet. Ab jetzt wissen wir, wo unser Geld konkret hingeht. Ein gutes Gefühl." Engeline Aymans wusste, dass die Gocher Arnold-Janssen-Solidaritätsstiftung u. a. Schulprojekte weltweit fördert. Deswegen wurde die Stiftung um Mithilfe gebeten. Über die in Ghana tätige Steyler Missionsschwester Angelina Gerharz wurde die geeignete Schule gefunden. "Die Schule besteht eigentlich aus drei Schulen und liegt in den Afram Plains im Osten Ghanas", erklärt der Vorstandsvorsitzende der Arnold-Janssen-Solidaritätsstiftung, Pastor Günter Hoebertz. Die Kinder dort können Unterstützung gut gebrauchen. Sie müssen viele, viele Kilometer zu Fuß zur Schule wandern und haben oft keine Mittel, um das Schulgeld zu zahlen. "Auf lange Sicht also ein Projekt, das wir fördern können und wo wir sehen, was unser Geld bewirken kann", freute sich Aymans.
Erste handgeschriebene Briefe von Schülern aus Ghana (in Englisch) liegen der Schule vor. Die Grundschüler finden es spannend, demnächst antworten zu können. Der 13-jährige Owusua Esther verrät, dass sein Lieblingsessen "fufu" ist. Und Adeemura Roman, 14, schreibt, dass er große Ohren habe. Immerhin: "I like myself, because I'm humble." Er mag sich, weil er bescheiden ist. (age)

Projekt:
Geld wird in den Schulen der Afram Plains dringend für Schulmaterialien, zur Ausstattung und als Schulgeldbeihilfe benötigt. Infos: Aymans, Tel.: (0 28 23) 22 84



Rheinische Post vom 03.09.2008

Eine Brücke nach Ghana

Thomas Claassen
Gesucht - gefunden: Die Liebfrauenschule wünschte sich, um gezielt helfen zu können, eine Partnerschule in Afrika. In der Arnold-Janssen-Stadt Goch halfen die Steyler - die Solidaritätsstiftung vermittelte den Kontakt nach Ghana.

Goch. Afram Plains? Nie gehört! Aber jetzt bekommt die Halbinsel im afrikanischen Staat Ghana Gesichter. Fotos liegen ausgebreitet auf dem Schultisch, Attobra-Amos schrieb, ganz ordentlich und in bestem Englisch einen Brief, in dem er nicht nur sich selbst ganz genau vorstellt, sondern auch seine Schule beschreibt. Und der Junge macht deutlich, wie sehr er sich auf die Brieffreundschaft mit den Mädchen und Jungen der Gocher Liebfrauenschule freut. So, so wäre es auch im Sinne Arnold Janssens gewesen, ist sich Pfarrer Günter Hoebertz sicher. Der Vorstandsvorsitzende der Arnold-Janssen-Solidaritätsstiftung gestern bei der Vorstellung dieser ersten Partnerschaft, die die Stiftung vermittelte: "Ich bin froh darüber, dass die Stiftung Plattform für die verschiedensten Missionsprojekte wird. Was hier mit der Liebfrauenschule und der Schule in Ghana zustandegekommen ist, das ist das erste Projekt, bei dem wir sagen können, dass die Hilfe ganz unmittelbar ankommt."
Und genau so hatte sich die Liebfrauenschule das auch gewünscht. Direktorin Engeline Aymans: "Seit Jahren machen wir beispielsweise den Osterbasar für einen guten Zweck, haben häufig Misereor mit dem Reinerlös unterstützt. Aber die Schülerinnen und Schüler hatten sich gewünscht, ganz genau zu erfahren, wohin ihre Spenden gehen, wo sie helfen. Und da haben wir die Solidaritätsstiftung um Unterstützung gebeten - wen sonst in der Arnold-Janssen-Stadt Goch?" Hinzu kommt, dass Engeline Aymans selbst eine Verwandte hat, die Steyler Missionarin ist.
Rasch war die Partnerschule in Ghana gefunden, die Steyler Missionsschwester Angelina Gerharz half sofort. Sie selbst arbeitet in einer Berufsschule, die Teil eines Schulzentrums ist, das einen Kindergarten, eine Grundschule und eine "Primary School" für Mädchen und Jungen von fünf bis maximal zwölf Jahren vereint. Dr. Georg Kaster, Geschäftsführer der Stiftung: "Im Unterschied zu Deutschland beginnen viele Schülerinnen und Schüler nicht mit sechs Jahren die Schulbildung, sondern sitzen unter Umständen noch mit 25 Jahren zusammen mit den "Kleinen" auf der Schulbank." Jeder Euro, den die Kinder der Liebfrauenschule vom Osterbasar, aber auch zu St. Martin, bei Solidaritätsläufen oder ähnlichen Aktionen überweisen, wird dringend benötigt, beispielsweise für die Beschaffung von Schulmaterialien oder für bessere Ausstattung der Klassenräume. Unterstützt werden aber vor allem Kinder, deren Eltern das Schulgeld nicht zahlen könnten. So gibt die Hilfe aus Goch ganz bestimmten Menschen ganz konkret Bildung - und ermöglicht ihnen damit eine bessere Zukunft.

Info: Schon 1400 Euro
Allein in diesem Jahr erzielten die Schüler der Liebfrauenschule beim Osterbasar einen Gewinn von 1400 Euro, der an die ghanaische Schule überwiesen wird. Vier Kinder aus Ghana haben bereits Briefe geschrieben. Sie werden, so Schulleiterin Engeline Aymans, in den vierten Klassen den Englisch-Unterricht bereichern. Natürlich werden die Gocher Kinder auch zurück schreiben. Infos erhält man bei der Schule, Tel.: (0 28 23) 22 84 - zur Solidaritätsstiftung bei Pfarrer Hoebertz, Tel.: (0 28 23) 71 26



vom 03.05.2008

Internationale Gocher Gespräche

Dr. Aschenbrenner, Kleve

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit melde ich mich zu den III. Internationale Gocher Gesprächen vom 24.05.-25.05.2008 an.
Ich staune sehr, dass dies hier am Niederrhein angeboten wird, eine sehr gute, weil weitsichtige, Vortragsreihe, wie sie in der Form viele Fachgesellschaften nicht zustande bekommen.
Demjenigen, der dies "ins Leben berufen" hat, sei gratuliert.



Rheinischer Merkur Nr. 18 vom 01.05.2008

Arnold Janssen
Und plötzlich Wallfahrtsort

Maria Luft
Der Heilige und Gründer des Steyler Missionsordens ist ein Kind der niederrheinischen Stadt Goch. Die Kommune legt sich ins Zeug, um das Andenken an den großen Sohn für das eigene Profil zu nutzen

Die Bewohner der niederrheinischen Stadt Goch sages es mit Stolz: "Wir sind Wallfahrtsort". Wieso eigentlich? Wie entsteht heute, zu Beginn des 21. Jahrhunderts, in kürzester Zeit ein Wallfahrtsort? War das geplant? Und wenn ja, von wem und warum? "Nicht im Traum hätte ich damit gerechnet, dass unsere Stadt Wallfahrtsort wird", sagt Georg Kaster, Vorstandsvorsitzender der Arnold-Janssen-Solidaritätsstiftung. Als der gebürtige Gocher im Frühjahr des Jahres 2003 von der bevorstehenden Heiligsprechung Arnold Janssens hörte, war ihm aber sogleich klar, dass es "für uns ein echter Glücksfall ist, dass der Heilige Arnold Janssen in Goch geboren wurde und hier aufgewachsen ist". Er legte dem Rat der Stadt ein erstes Konzept vor, wie sich Goch auf die Pilger vorbereiten könnte. Kaster analysierte die Situation: "Arnold Janssen hatte einen Missionsorden gegründet, dem heute mehr als 10 000 Mitglieder angehören und der in mehr als 60 Ländern und auf allen fünf Kontinenten für Mission, Entwicklung und Frieden wirkt. Wir mussten damit rechnen, dass alle, die sich für Arnold Janssen interessieren, früher oder später nach Goch kommen würden."
Und tatsächlich trat ein, was Kaster vorausgesehen hatte: Geburtshaus und Taufkirche von Arnold Janssen (1837 - 1909) wurden seit seiner Heiligsprechung am 5. Oktober 2003 für eine zunehmende Zahl von Pilgern zum Ziel. Die missionarische Bewegung, die einst vom Begründer der Steyler Ordensfamilie ausgegangen war und in die ganze Welt ausstrahlte, kehrte an den Geburtsort des Heiligen zurück. Jahrzehnte lang hatten sich der Missionsorden und sein Arnold-Janssen-Sekretariat für die Verehrung des Ordensgründers eingesetzt.
Nach der Seligsprechung Arnold Janssens 1975 engagierten sich dafür besonders stark die Mitbrüder aus den außereuropäischen Provinzen, wie Pater Bernd Werle, Provinzial der Deutschen Provinz der Steyler Missionare, berichtet. Und dann habe "eins ins andere gegriffen", sagt Werle: "Wesentlich war die gute Kooperation der Stadt Goch, der Gocher Pfarreien und der Steyler Missionare und Missionsschwestern." Die beiden Gocher Stadtpfarrer und der Steyler Pater Werle baten schließlich in einem gemeinsamen Schreiben an Bischof Lettmann in Münster, Goch zum Wallfahrtsort zu erheben. Die stark angestiegene Zahl von Pilgern führte tatsächlich dazu: Am 18. Mai 2005 ernannte der Bischof die 34 000-Einwohner-Stadt offiziell zum Wallfahrtsort. Es heißt, Kommunen seien so entwicklungsfähig, wie die Phantasie ihrer Verwalter reiche: Die Vorstellungskraft der Gocher wurde jedenfalls durch die Heiligsprechung Arnold Janssens herausgefordert. Es galt, auf die Pilgerströme zu reagieren, Strukturen zu schaffen, Kooperationspartner zu finden, Instrumente zu entwickeln. Anfangs führte noch Erhard Hannen, Nachbar und Freund der Familie Janssen, Pilger durch die schlichten Räume des Geburtshauses von Arnold Janssen in der Frauenstraße. Von nun an aber sollte es regelmäßig geöffnet sein und Stadtführungen "auf den Spuren des Heiligen" angeboten werden. Die Kommune setzte darauf, ihr Image als "Arnold-Janssen-Stadt" zu entwickeln, so wie Hildegard für Bingen, Franz für Assisi oder Jakobus für Compostela identitätsstiftend wirken und den Ort als Ziel interessant machen.

Gute Begleitung der Pilger

In Goch sind die Wirkungsstätten authentisch, nichts ist rekonstruiert. Man erkannte, dass es hier eine fertige Infrastruktur gab: vom Geburtshaus Arnold Janssens über seine Taufkirche St. Maria Magdalena, das Grab der Eltern auf dem Friedhof, die ehemalige Schule Arnold Janssens, die "Gaesdonck" direkt an der niederländischen Grenze im Ortsteil Hülm, und die Arnold-Janssen-Gemeinde, die nach der Seligsprechung von 1975 entstanden war. Das Geburtshaus von "Nölleken" (wir Arnold niederrheinisch-liebevoll genannt wird), seine Schule, all das war für die Gocher Teil ihres Alltags. Für die Pilger aber ist es außergewöhnlich, eine weite Anreise wert. Sie erhalten Informationen über die einzelnen Arnold-Janssen-Stätten, über den Heiligen, seine Spiritualität und sein Werk. Neben den Steyler Patres, die seit Anfang der 1980er-Jahre in der Arnold-Janssen-Gemeinde in Goch arbeiten, stellte der Provinzial der Steyler, Pater Hans Peters, noch weitere für die Wallfahrtsseelsorge in Goch frei: "Wir legen Wert auf eine gute Begleitung der Pilger - über die historischen Aspekte und die Verehrung des Heiligen hinaus. Wir möchten, dass sie in Goch in Berührung kommen mit der Inspiration, die Arnold Janssen motiviert hat, mit seinem weltkirchlichen Engagement, mit der riesengroßen Vision, dem weiten Horizont."
Das Arnold-Janssen-Geburtshaus ist mittlerweile auf einzelne Pilger und Pilgergruppen vorbereitet, ein "Raum der Stille" eingerichtet. Hier können Besucher die Atmosphäre erspüren, in der Arnold Janssen und seine Geschwister Mitte des 19. Jahrhunderts in Goch aufwuchsen: Zur schlichten Einrichtung gehören auch einige persönliche Gegenstände. Weihbischof Heinrich Janssen sagt: "Die Menschen wollen den Glauben schauen." Arnold Janssen setzte auf die Wirkung des Wortes, ein nüchterner, hart arbeitender Mensch, tiefgläubig und fromm. Pionier war Arnold Janssen auch im Einsatz des gedruckten Wortes, das er professionell zur Verkündigung des Evangeliums und zur Verbreitung des Missionsgedankens einsetzte. 1878 erschien die erste Nummer der Wochenzeitschrift "Die heilige Stadt Gottes", die die weite Welt in katholische Familien brachte.

Taufe steht im Mittelpunkt

Zum entscheidenden Schritt, das Wort Gottes in die Welt zu tragen, kam es 1879: Arnold Janssen sandte seine ersten beiden Missionare Johann Baptist Anzer und Josef Freinademetz nach China. Janssen erwarte von den Ordensmitgliedern ein offenes Zugehen auf andere Religionen, Sprachen und Kulturen. Deren Kenntnisse waren für ihn die Voraussetzungen für Verkündigung des Evangeliums. "Dialog der Religionen" und "Inkulturation des Evangeliums" waren bei ihm schon lange vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil gelebte Wirklichkeit. Bei seinem Tod 1909 in Steyl waren die Missionare der "Gesellschaft des göttlichen Wortes" (Societas Verbi Divini, SVD) in zehn Ländern tätig, von China, Togo, Papua-Neuguinea, Japan und den Philippinen bis nach Lateinamerika.
In der Gocher St. Maria Magdalena-Kirche, in der Arnold Janssen 1837 am Tag nach seiner Geburt die Taufe empfing, finden heute Tauferneuerungen für die Pilger statt. "Goch ist als Taufort und nicht etwa als Ort der Beisetzung eines Heiligen ein ganz eigentümlicher , ein besonderer Wallfahrtsort", erklärt Günter Hoebertz, Pastor der Gocher Wallfahrtskirche in der Nähe des Markts. In einem Seitenschiff von St. Maria Magdalena befindet sich eine Büste des Heiligen neben einem Reliquiar. Hier haben Pilger Gelegenheit, Fürbitten zu sprechen, Kerzen anzuzünden oder Gedanken und Bitten in ein Buch einzutragen. Das originale Taufbecken ist heute in der Arnold-Janssen-Kirche zu sehen, die Anfang der 1980er-Jahre entstand. Den letzten Anstoß zur Gründung der Gemeinde gab die Aufforderung von Papst Paul VI. bei der Seligsprechung 1975: "Ihr in Goch müsst das Andenken des größten Missionars des 19. Jahrhunderts immer hochhalten. Sorgt dafür, dass er bekannt wird." Seit Mai 2007 ist die ganze katholische Stadtgemeinde als "Arnold Janssen-Gemeinde" zusammengeschlossen.
Die Stadt Goch ergriff die historische Chance: Statt ein neues Arnold-Janssen-Denkmal zu stiften, rief sie 2004 die "Internationalen Gocher Gespräche" ins Leben, die auf das Wirken des Ordensgründers Bezug nehmen, und stiftete den alle zwei Jahre ausgelobten, mit 15 000 Euro dotierten Arnold-Janssen-Preis. Unter den bisherigen Preisträgern sind die internationale Gemeinschaft Sant' Egidio, das Hilfswerk Kirche in Not und in diesem Jahr die Deutsche Hospizstiftung.
Pilger wollen neben geistiger Nahrung auch essen, trinken, eine Unterkunft finden und Erinnerungsstücke an den Wallfahrtsort mitnehmen. So entdeckte auch die Wirtschaft ihre Chancen: Artikel mit dem Logo des Wallfahrtsortes sind im Angebot, "Pilgermenüs" und "Pilgerkaffee" stehen auf den Speisekarten der heimischen Gastronomie.
Bei den Arnold-Janssen-Tagen 2007 stellten die Gocher Bäcker das neu kreierte Arnold-Janssen-Brot vor, das seitdem in den Bäckereien der Stadt angeboten wird. Durch den Kauf eines 750-Gramm-Laibes mit dem Kreuz spenden Kunden automatisch 30 Cent für Hilfsprojekte der neu gegründeten Arnold-Janssen-Solidaritätsstiftung. So wird das Gocher Arnold-Janssen-Brot tatsächlich zum "Brot für die Welt" - gebacken und gekauft in Goch, geteilt mit Menschen in der Welt.
Im Sommer 2008 will der junge Wallfahrtsort neue Wege gehen: Dann soll die bundesweit erste Wohnmobil-Wallfahrt mit Feldgottesdienst und Segnung der Camper stattfinden. Die Wirtschaftsförderer finden, Pilgern sei "sanfter Tourismus", Paddeln auf der Niers oder Radfahren ließen sich mit dem Pilgertourismus bestens vereinbaren. Über den 50 Kilometer langen Arnold-Janssen-Pilgerweg gelangen Pilger von Goch über Gaesdonck nach Steyl zum Grab des Heiligen. Gemeinsam mit Kevelaer, dem größten Marienwallfahrtsort Nordwesteuropas, und Steyl, Janssens Klosterdorf an der Maas, lädt Goch auch ein, die spirituelle Dimension des Niederrheins zu erleben. Pilger, sagt Georg Kaster, schätzen zwar die einzelnen Orte, "aber das Gesamtpotenzial, das der Niederrhein zu bieten h at, ist bislang wenig publik".

Lokale Identität stärken

Der Stadt als säkularer Einrichtung gehe es "natürlich darum, sich von anderen Kommunen zu unterscheiden und ein unverwechselbares Profil zu entwickeln", sagt Kaster. Die Erhebung zum Wallfahrtsort ist für ihn daher von "unschätzbarem Wert". Städte und Gemeinden konkurrieren heute viel stärker miteinander als früher: als Firmenstandort, Altersruhesitz, Urlaubs- oder Naherholungsziel. Da seien die im Vorteil, denen es "rechtzeitig gelingt, Alleinstellungsmerkmale zu identifizieren, ansprechend zu kommunizieren und nachhaltig nutzbar zu machen".
Beispiele wie die Wallfahrt nach Santiago oder die Trierer Heilig-Rock-Wallfahrt zeigen, dass gemeinsame Anstrengungen von politisch, wirtschaftlich und kirchlich Motivierten über Jahrhunderte erfolgreich sein können. Lokale Politik sei "verpflichtet, einen stark überlegten Einfluss auf die lokale Identität auszuüben", sagt Hans-Joachim Bürkner, Professor für Humangeografie. Man müsse "weniger von naturwüchsigen Prozessen der Identitätsbildung als vielmehr von mehr oder weniger erfolgreichen Identitätspolitiken" ausgehen. Der Wissenschaftler kommt daher zu dem Schluss: "Identitäten werden gemacht."
Allerdings - und das weiß Georg Kaster nur zu gut - ist und bleibt der wesentliche Teil ein Geschenk: der "Glücksfall" des Gocher Heiligen Arnold Janssen, die von ihm gegründete Steyler Ordensfamilie, die Kooperationsbereitschaft von Stadt, Orden und Kirche. "Das kann man nicht machen", sagt Kaster. "Wir haben nur versucht, die Zeichen der Zeit zu erkennen und im richtigen Moment Entwicklungen zu fördern - insgesamt richtig zu reagieren."



Rheinische Post vom 22.04.2008

Kinder wollen Arnold Janssen

Ludger Distelkamp
Eine Spende von 5000 Euro der Agentur NOAH! soll Signalwirkung haben. Gocher sollen für die Arnold-Janssen-Solidaritätsstiftung spenden, ob bei Geburtstagen oder durch Sponsorenläufe.

Als Stephan A. Vogelskamp noch in Wuppertal seinen Job machte, da hörte er erstmals von Arnold Janssen. Die Heiligsprechung des Gochers in Rom lenkte das Interesse von Vogelskamp auf den Sohn eines Fuhrunternehmens. Von einer "unheimlichen Geschichte" des Heiligen aus der Weberstadt und einem "extrem bewunderswerten Menschen" schwärmte gestern Vogelskamp, der als Inhaber und Geschäftsführer der Gocher Agentur NOAH! für die Arbeit der Arnold-Janssen-Solidaritätsstiftung eine Spende von 5000 Euro übergab. Diese soll Signalwirkung haben. Denn die Gocher und Niederrheiner könnten durch Spenden "Verantwortung für andere Menschen in der Welt übernehmen".

Ein Projekt unterstützt bereits die junge Stiftung aus Goch. Über 2000 Euro seien für den Bau von Brunnen in Nigeria ausgegeben worden, damit Mädchen und Jungen einer Schule mit Trinkwasser versorgt werden könnten, erläuterte Dr. Georg Kaster. Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung wünscht sich, dass die Arbeit der Organisation zu einer Herzensangelegenheit der Menschen in der Weberstadt wird. Es wäre schön, wenn die Stiftung eine breite Unterstützung aus der Bevölkerung bekäme. Erlöse aus Schulfesten oder Sponsorenläufen könnten gespendet werden. Auch ein Teil von Geldgeschenken zur Kommunion oder zum Geburtstag könne man für die Tätigkeit der Stiftung geben, meinte Kaster.

Zeitlos modern

Das Wirken von Arnold Janssen als Gründer des Steyler Missionsordens sei zeitlos modern, betonte Vogelskamp. Der Heilige aus Goch sei ein Miterfinder der "bürgerlichen Gesellschaft", die Solidarität für Not leidende Menschen erbringe. Die Steyler Missionare versorgten Bedürftige, brächten Bildung in die Welt und versuchten erst dann, den christlichen Glauben näher zu bringen. Impfungen für Kinder, Menschen ein Dach über den Kopf zu geben sowie die Betreuung von Lepra- und Aidskranken seien Zeugnisse christlicher Nächstenliebe.

"Kinder wollen Inhalte und nicht Plastik." Deshalb sei Arnold Janssen ein Mut gebendes Vorbild für junge Menschen, etwas aus ihrem Leben zu machen, meinte Spender Vogelskamp.

Werbung für Honduras

Auch der Tourismusminister von Honduras schätzt die Arbeit der Steyler. Er wünsche sich, dass in sein Land noch mehr Missionare kämen, berichtete der Inhaber der Agentur von einem Gespräch mit dem Minister. Das Unternehmen wirbt für den mittelamerikanischen Staat, auf dass mehr Deutsche in den Urlaub nach Honduras fliegen. Die Begegnung mit dem Minister nahm auch Vogelskamp als Beispiel dafür, wie sich Goch durch die segensreiche Tätigkeit des Heiligen und des Ordens einen guten Ruf in der Welt aufbauen kann.



Rheinische Post vom 20.11.2007

Die Stiftung dreht auf

Von Thomas Claassen
Goch (RP) Malbuch, Comic, DVD. Weltweite Kontakte (über die Steyler, aber nicht mehr nur über sie). Arnold-Janssen-Tage mit großem Publikum und Preisverleihung aus einem Guss. Dr. Georg Kaster im RP-Gespräch.

Es ist so eine Sache mit den Propheten im eigenen Lande. Satt fünfstellig ist längst die Zahl der Pilger, die anno 2007 nach Goch gekommen sind. Der Erfolg der Reisemobil-Wallfahrt im kommenden Jahr ist schon programmiert. Nun, nach der offiziellen Anerkennung der Stiftung, komme es darauf an, selbige „mit Leben zu erfüllen“, sagt Dr. Georg Kaster. Der Stadtverwaltungsdirektor ist schließlich Geschäftsführer der Arnold-Janssen-Stiftung, die von der Stadt mit gegründet wurde, aus der sie sich aber verabschieden wird. Kaster ist auch nicht mehr einer der städtischen „Marketingmänner“ in der zuständigen Gesellschaft kom.M, das vermeidet Verwicklungen. Denn: Die (in Kevelaer völlig unbestrittene, geschweige denn gerügte, aber bestens funktionierende) Verbindung von Wallfahrt und Marketing (sprich: Kommerz) sorgte, Gocher wissen das, vom Start der Wallfahrt weg für kritische Töne.

Fundament legen

Nun also: Der Stiftungs-Geschäftsführer „netto“. Georg Kaster machte klar, es komme jetzt darauf an, durch Zustiftungen das finanzielle Fundament zu legen, daran arbeite man mit Hochdruck: „Denn wir können nur durch solche Zuwendungen langfristig die Satzungszwecke verwirklichen: die Anliegen und das Andenken Arnold Janssens zu fördern.“ Und aus Erfahrung klug werden, das hat noch keinem geschadet. Will sagen: Die Trennung von Arnold-Janssen-Tagen (eher volksnah, mit vielen Gästen aus aller Herren Steyler Länder und fröhlichem Fest auf dem Markt) einerseits sowie den anspruchsvollen „Gocher Gesprächen“ samt Verleihung des Arnold-Janssen-Preises andererseits wird’s nicht mehr geben. Das bedeutet ebenso: Schon nächstes Jahr finden um den Dreifaltigkeitssonntag herum Arnold-Janssen-Tage statt, am 24. und 25. Mai, dann eben mit Preisverleihung. Besagter Preis soll und wird natürlich wieder ein Projekt fördern. „Es gibt viele, die dafür in Frage kommen“, so Dr. Kaster. Und die Stiftung werde auch Gocher Traditionen aufgreifen, sprich, schon bald gemeinsam mit einem gemeinnützigen Verein ein Hilfsprojekt in Schwung bringen.

Den Pilgern etwas nach Hause mitgeben, dabei gleichzeitig die gute Sache fördern: Dazu soll ein Kalender beitragen, der bald im Geburtshaus an der Frauenstraße verkauft wird. Der Erlös kommt einer (Steyler) Findelkinder-Initiative in China zugute.

Junge Menschen erreichen

Ein neues Malbuch, ein Comic, eine DVD – schon wieder solche „Händler im Tempel“-Projekte? Dr. Georg Kaster schüttelt energisch den Kopf. „Das ist die völlig falsche Sichtweise. Es kommt doch darauf an, gerade auch junge – und ganz junge Menschen zu erreichen, ihnen Arnold Janssen, seine Welt, seine Heimat, sein Leben näher zu bringen.“



 
 
Arnold Janssen Solidaritätsstiftung Goch
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