Projekte im AuslandDie aus dem christlichen Glauben gespeiste Menschlichkeit Arnold Janssens kennt keine Grenzen. Weil es überall Notleidende und Bedürftige gibt, die unsere Solidarität erhoffen, unterstützt die Arnold-Janssen-Solidaritätsstiftung weltweit Projekte, die sich im Sinne Arnold Janssens der Not der Menschen annehmen. Ecuador: Gemeindearbeit mit afro-ecuadorianischen Familien im Armenviertel von Guayaquil, EcuadorSeit den Internationalen Gocher Gesprächen 2010 unterstützt die Arnold-Janssen-Solidaritätsstiftung die Kindernothilfe in Projekten, die wir Ihnen hier vorstellen möchten: In einem Land wie Ecuador, in dem fast die Hälfte der Bevölkerung in extremer Armut lebt, übt die Hafenstadt Guayaquil eine große Anziehungskraft auf Arbeitssuchende aus. Viele zugezogene Menschen haben keine Ausbildung, können nicht lesen und schreiben und sind damit praktisch chancenlos auf dem Arbeitsmarkt. Eine Wohnung können sie nicht bezahlen und siedeln sich deshalb in den sozialen Brennpunkten am Stadtrand an. Als Angehörige einer diskriminierten Minderheit leiden insbesondere die afro-ecuadorianischen Kinder und Jugendlichen unter der schlechten Lebensqualität in den Außenbezirken. Vor den oft desolaten Verhältnissen in ihren Familien flüchten sie sich in ein Leben auf der Straße. In ihrem Stadtteil "Cooperativa Independencia" ist eine kindgerechte Entwicklung schwierig - denn dort werden sie leicht Opfer von Gewalt, Dorgenmissbrauch und Kriminalität. Projekthintergrund: Es gibt in Guayaquil einige Tausend Kinder und Jugendliche, die sich von ihren Familien losgesagt haben oder von diesen verlassen wurden, und ihr Dasein auf der Straße fristen. Sie schlafen unter Brücken und in Hauseingängen und versuchen, durch einfache Tätigkeiten wie Autowaschen, das Bewachen vor parkenden Autos etc. ein wenig Geld zu verdienen. Ein Minderjähriger, der auf der Straße lebt, kann dies aber nicht auf Dauer tun, ohne Regeln zu brechen und so mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten. Der Schritt hin zu Kleinkriminalität, zum Dorgenkonsum, zur Prostitution ist oft nur klein - je nachdem, in welche Gesellschaft die Kinder und Jugendlichen geraten. Das Projektgebiet befindet sich in dem Stadtviertel "Cooperativa Independencia" der Hafenstadt Guayaquil, auf der Halbinsel "Isla Trinitaria", in dem fast ausschließlich Familien afro-ecuadorianischer Herkunft leben, die ursprünglich aus der Provinz Esmeraldas stammen. Vielen von ihnen zogen nach Guayaquil in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Wie in vielen städtischen Randbezirken lateinamerikanischer Großstädte fehlt auch in "Cooperativa Independencia" eine grundlegende Infrastruktur an Bildung und medizinischer Versorgung. Dadurch wird die Verbreitung von Krankheiten (wie z. B. Malaria, Dengue, Asthma und Durchfall) begünstigt. Die Marginalisierung und Armut der Bevölkerung bleibt bestehen, denn die Familien, Kinder und Jugendlichen erhalten nicht die Chance, ihre Situation mit Hilfe von Bildung und Arbeit zu verbessern. Die prekären und unwürdigen Lebensbedingungen der Kinder und Jugendlichen in "Cooperativa Independencia" sind Ausdruck eines strukturellen Entwicklungsproblems, das gesellschaftspolitisch akzeptiert und als "normal" hingenommen wird. Auch, wenn sich die Lebensqualität der Bewohner in den vergangenen 20 Jahren etwas verbessert hat, ist diese immer noch unzureichend und entspricht nicht den in der Kinderrechtskonvention verankerten Rechten hinsichtlich der Lebenssituation und Gestaltungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen. Laut einer im Juli 2009 durchgeführten partizipativen Erhebung durch den Projektträger und des Kindernothilfe-Büros Ecuador im Projektgebiet, zählen zu den größten Problemen der Bewohner von "Cooperativa Independencia"
Projektansatz und -ziele: Das Projekt des Kindernothilfe-Partners, der Salesianer Don Boscos, zielt darauf ab, die Lebensbedingungen von 250 Kindern und 150 Familienangehörigen im Stadtteil "Cooperativa Independencia" nachhaltig zu verbessern und für weitere 700 Kinder, Jugendliche und Erwachsene Zugang zu Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen im Stadtteil zu schaffen. Das Projekt ist für eine Laufzeit von sechs Jahren von 2010 bis 2016 angelegt. Die jeweiligen Projektaktivitäten finden zum Teil im Gemeindezentrum statt, dessen Bau und Grundstückskauf mit der Unterstützung der Stadtverwaltung Guayaquil's finanziert wird, in vier Schulen in der näheren Umgebung oder im direkten Lebensumfeld der Kinder und Jugendlichen. Konkret sollen lernschwache Kinder und Jugendliche unter anderem Nachhilfeunterricht erhalten; diejenigen, die am Unterricht nicht teilnehmen, werden durch gezielte Lernförderung wieder in den Schulbetrieb integriert. Die Verteilung von Schulmaterialien bewirkt eine Kostenentlastung bei den Familien und erleichtert die Teilnahme der Kinder und Jugendlichen am Unterricht. Familien, die weder lesen und schreiben können, profitieren von Alphabetisierungskampagnen. Jugendliche mit abgeschlossener Schulausbildung werden bei der Suche nach Ausbildungsplätzen unterstützt. Mehrere Schulen bekommen didaktische Materialien und Lehrer erhalten Fortbildungen für eine höhere Qualität des Unterrichts. Ein Computerzentrum ermöglicht Kindern und Jugendlichen das Vertrautwerden mit EDV-Anwendungen und Internet, was gerade für ihre berufliche Zukunft unbedingt notwendig ist. Der Gesundheitszustand der Kinder und Jugendlichen verbessert sich durch gesundheitliche Kampagnen (unter anderem Impfungen, Entwurmungen, HIV-Tests) und Aufklärungskampagnen zu Themen wie Schwangerschaftsverhütung und Gefahren des Drogenmissbrauchs. Akut mangelernährte Kinder werden im Gemeindezentrum mit Zusatzmahlzeiten versorgt; Familien werden darüber unterrichtet, wie sie sich auch mit wenig Geld gesund ernähren können. Die Einkommenssituation der Familien verbessert sich nachhaltig durch die Gründung von Kleinstunternehmen, die Einrichtung von Familien-Gemüsegärten und gezielte Vermittlung betriebswirtschaftlicher Kenntnisse für Existenzgründungen. Um einen verbesserten Familienzusammenhalt und eine kinderfreundliche Erziehung zu erreichen bietet das Projekt Elternschulen zu Erziehungsfragen und psychologische Beratung bei innerfamiliärer Gewalt an. Für ein verbessertes kommunales Zusammenleben wird mindestens eine Gemeindeorganisation in kommunaler Selbstorganisation/-verwaltung gestärkt. Kostenplan: Das Projekt hat eine Laufzeit von August 2010 bis zunächst Dezember 2016. Der durchschnittliche Jahresbedarf liegt bei 89.280 Euro (inkl. Kosten der Kindernothilfe für Projektbegleitung und Verwaltung). Eine Teil-Förderung des Projektes zugunsten afro-ecuadorianischer Straßenkinder und ihrer Familien in Guayaquil, Ecuador ist jederzeit möglich. Trägerschaft: Träger des Projektes ist der katholische Salesianer-Orden, dessen Stiftung "Proyecto Salesiano Chicos de la Calle" sich bereits seit mehr als 20 Jahren für arbeitende Kinder und Straßenkinder in sieben verschiedenen Städten Ecuadors engagiert. Die Salesianer sind bereits seit 2004 in Guayaquil mit einem weiteren von Kindernothilfe geförderten Projekt ("Chicos de la Calle" - Kindernothilfe-Projekt-Nr. 86009) tätig und ermöglicht auf der Straße lebenden Jungen nachmittags nach der Arbeit, die Schule zu besuchen sowie eine Ausbildung zu absolvieren. Die Familien dieser Kinder stammen zum Teil aus dem Stadtteil "Cooperativa Independencia". Um die Lebenssituation dieser Familien und damit der Kinder und Jugendlichen zu verbessern und präventiv dem Leben auf der Straße entgegenzuwirken, hat der Orden im Sommer 2010 gemeinsam mit der Bevölkerung dieses Stadtteils das neue Projekt "Gemeindearbeit mit afro-ecuadorianischen Familien im Armenvierten von Guayaquil, Ecuador" entwickelt und nutzt bei dessen Durchführung die bereits vorher gemachten Erfahrungen. Nachhaltigkeit: Das Projekt verbessert die Lebensbedingungen der Kinder und Jugendlichen in den Bereichen Gesundheit und Bildung nachhaltig und trägt zu strukturellen Veränderungen bei, so dass die künftigen Generationen unter gerechteren Lebensbedingungen aufwachsen können und vor allem Zugang zu qualitativer Bildung und Gesundheitsversorgung erhalten. Die Arbeit mit den Eltern soll Haltungsänderungen gegenüber Kindern und Jugendlichen erwirken und sie für die Kinderrechte sensibilisieren. Auf diese Weise wird eine Verhaltensänderung im Rahmen des familiären und kommunalen Zusammenlebens erzielt, die auch nach Projektende bestehen bleiben wird. Die einkommensschaffenden Maßnahmen tragen zur langfristigen Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Familien und damit zur Reduzierung der Armut im Stadtteil bei. Die Förderung der Gemeindeorganisation und -entwicklung befähigt die Gemeinde "Cooperativa Independencia" sich für die eigenen Belage gemeinschaftlich einzusetzen. Der Projektträger koordiniert sich während der Planung von Aktivitäten und deren Umsetzung eng mit lokalen Akteuren wie Bildungsinstitutionen, der Stadtverwaltung, Ministerien und Nichtregierungsorganisationen um ein Maximum an Unterstützung der Projektziele auch über das Ende der Projektperiode hinaus zu erzielen und Überlappungen z. b. mit anderen Hilfsprojekten zu vermeiden. Die Zielgruppe (afro-ecuadorische Kinder und Jugendliche mit ihren Familien) wurde vor dem Projektstart über ihre Probleme befragt und hat eine aktive Teilhabe an der Projektumsetzung. Das Projekt hat mit seinem präventiven Charakter und dem Beitrag zur Armutsreduzierung große lokale Bedeutung und ergänzt das bereits von der Kindernothilfe unterstützte Straßenkinderprojekt in Guayaquil. Projekt gegen Kinderhandel und TempelprostitutionDas System der "Devadasi"-Tempelprostitution wird in einigen Gegenden im Norden des indischen Bundesstaats Karnataka praktiziert, obwohl es bereits seit über zehn Jahren offiziell verboten ist. Von Karnataka aus werden viele arme und an den Rand der Gesellschaft gedrängte Mädchen und Frauen mit der Aussicht auf Arbeit nach Mumbai in Bordelle verschleppt. Dort werden sie gegen ihren Willen festgehalten und zur Prostitution gezwungen. Kinder von Prostituierten sind ebenfalls gefährdet. Viele Mädchen und Frauen in Karnataka leben unter wirtschaftlich ärmsten Bedingungen und gehören zu den niedrigsten Kasten. Sie und ihre Familien schenken daher Schleppern Glauben, die ihnen in Mumbai Arbeit versprechen. Doch in Bhiwandi, einem industriellen Zentrum rund 40 km vom Stadtzentrum Mumbais entfernt, kommt das böse Erwachen: Sie werden zur Prostitution gezwungen und leben wie Leibeigene der Zuhälter und Bordellbesitzer. Mädchen, die erst kürzlich verschleppt wurden, dürfen die Bordelle nicht alleine verlassen, damit sie nicht fliehen können. Auch die Kinder der Prostituierten, allen vorand die Mädchen, sind höchst gefährdet, ebenfalls in die Prostitution zu geraten. Während ihre Mütter ihrer Arbeit nachgehen, sind die Kinder auf sich selbst gestellt. Im Rotlichviertel gibt es keine Betreuungseinrichtungen für Kinder. Ihren Tag verbringen die Mädchen und Jungen größtenteils auf der Straße. Durch ihren täglichen Umgang mit den Bordellbesitzern und Kunden eignen sie sich schon früh die Gepflogenheiten des Rotlichtmilieus an. Daher stehen sie in großer Gefahr, irgendwann selbst in die Prostitution abzurutschen. Die Kindernothilfe und ihre Partnerorganisation "The Good Shepard Sisters" möchten Mädchen vor Kinderhändlern schützen. Die Ordensschwestern gehen in Karnataka, einer Quelle des Menschenhandels, gegen das ausbeuterische System der Tempelprostitution vor und versuchen, die Verschleppung von Mädchen und Frauen in Bordelle zu verhindern. Dazu zielen die Projektaktivitäten auf rund 1.200 Kinder, insbesondere Mädchen, im Alter zwischen drei und 14 Jahren und deren Eltern in 45 Dörfern. Selbsthilfegruppen sollen entstehen, die die Dorfgemeinschaften insgesamt stärken und ihnen die Arbeitsmöglichkeiten als Alternative zur Prostitution aufzeigen. Dadurch werden die Menschen insgesamt weniger anfällig für die Angebote von Schleppern. Die Kinder gehen zur Schule, werden medizinisch betreut und ernährt. Mädchen- und Jungengruppen diskutieren über gesellschaftliche und geschlechterspezifische Themen. Die Dorfbewohner werden zudem über Gesundheitsfragen (u. a. HIV/AIDS), Gesetze und Themen wie Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung von Mädchen und Frauen aufgeklärt. Zudem arbeitet der Kindernothilfe-Partner mit den lokalen Behörden zusammen, um das System der Tempelprostitution endgültig abzuschaffen. In Bhiwandi, Mumbai, sollen etwa 30 Kinder der Prostituierten im Alter zwischen drei und sechs Jahren, die im Rotlichtviertel leben, vor einem Abgleiten in die Prostitution geschützt werden. Auch rund 2.000 erwachsene Frauen, die als Prostituierte arbeiten, werden über Gesundheitsfragen aufgeklärt und beraten. Dreißig junge Mädchen, die bereits sexuell missbraucht wurden, oder gefährdet sind, finden in einem Wohnheim in Mumbai Zuflucht. Auch aus Bordellen gerettete Mädchen kommen hier unter. Dort können sie wieder ein kindgemäßes Leben führen: sie gehen zur Schule und werden betreut. Durch die Vernetzung mit anderen Organisationen und Aufklärungsarbeit wird das System der Kinderprostitution bekämpft. Die Kindernothilfe arbeit seit 2000 mit den "Schwestern des Guten Hirten" zusammen, die sich gemeinsam mit lokalen Organisationen seit langem für Frauen und Kinder einsetzen. Tempelprostituion - "Devadasi" Der Ausdruck "Devadasi" bedeutet übersetzt "Gottes weibliche Dienerin". In den vergangenen Jahrhunderten waren dies Frauen aus respektierten Familien des hinduistischen Kasten-Systems, die sich um Umfeld des Tempels aufhielten und in den Zeremonien und Ritualen eine wichtige Rolle spielten. Im Lauf der Jahrhunderte ging der ursprüngliche Sinn immer mehr verloren und reduzierte sich auf Tempeltänze und Gesänge. Gleichzeitig kam es immer häufiger zu sexuellen Übergriffen. Während die besser gestellten Familien ihre Mädchen aus dem System herauszogen, werden heute vor allem junge Mädchen aus niedrigen Kasten und Kastenlose den Göttern geweiht und unter dem Deckmantel der Religion sexuell ausgebeutet. Armut und soziale Benachteiligung sind die Faktoren, die zum Bestand des "Devadasi"-Systems beitragen.
Indien: Weiteres Projekt der SelbsthilfeSeit den Arnold-Janssen-Tagen 2009 unterstützt die Arnold-Janssen-Solidaritätsstiftung Erzbischof Raphael Cheenath mit einem weiteren Projekt der Selbsthilfe. Mitten im Weihnachtsfest 2007 griffen radikale Hindus christliche Minderheiten und ihre Geschäfte in Bamunigam an, einem Dorf im indischen Bundesstaat Orissa. Die Welle der Gewalt hielt mehrere Wochen an und keimte nach einer kurzen Ruhephase im August 2008 erneut auf. Es kam zu Angriffen, Zerstörungen, Vergewaltigungen und Plünderungen. Insgesamt wurden bei den Verfolgungen in Orissa 2007 und 2008 214 Kirchen, Kapellen und kirchliche Einrichtungen zerstört. 118 Menschen wurden getötet, 1.800 verletzt. 54.000 Menschen mussten in die Wälder flüchten, über 4.500 Familien haben ihre Häuser verloren und leben zum Teil bis heute in provisorischen Camps. Die Arnold-Janssen-Solidaritätsstiftung konnte nun mit 1.000 Euro beim Wiederaufbau der zerstörten Häuser helfen.
Nigeria: Weitere Förderung der Hilfe zur SelbsthilfeBereits seits 2007 unterstützt die Arnold-Janssen-Solidaritätsstiftung im nigerianischen Enugu ein Projekt zur Selbsthilfe. In einem von Armut gekennzeichneten Stadtbezirk hilft die Stiftung bei der Sicherstellung der Wasserversorgung in einer Schule, in der Jugendliche eine handwerkliche Ausbildung erhalten. Die Einrichtung der Wasserversorgung erfolgt in zwei Phasen. In der 1. Phase wird das Regenwasser von den Gebäudedächern gesammelt; diese Phase konnte bereits erfolgreich abgeschlossen werden. In einem weiteren Schritt soll nun ergänzend aus dem nahe gelegenen Ogbete-Bach Oberflächenwasser aufbereitet, zunächst in Erdtanks und dann weiter in Hochtanks, gesammelt werden. Die Arnold-Janssen-Solidaritätsstiftung konnte nun mit 1.000 € den Fortgang dieses Projektes unterstützen, für das insgesamt noch 65.000 € fehlen.
Chile: Schulbildung für Kinder mit BehinderungIm südamerikanischen Chile gehen nur 1 Prozent der Kinder mit Autismus oder dem verwandten "Asperger-Syndrom" überhaupt zur Schule. Nach Angaben der UNESCO bleibt 90 Prozent der Kinder mit Behinderungen in Entwicklungsländern der Schulbesuch verwehrt. Werden Kinder eingeschult, so haben sie und ihre Familien mit vielen Vorurteilen und Schwierigkeiten im Schulalltag zu kämpfen. Kinder mit Autismus oder dem Asperger-Syndrom sind zwar in der Regel normal bis überdurchschnittlich intelligent, ihre Mitschüler reagieren jedoch oft aus Unverständnis und Ablehnung auf die für sie befremdlich wirkenden Verhaltensweisen der Kinder mit autistischen Behinderungen. Die autistischen Kinder können aufgrund ihrer Behinderung wiederum die sozialen Zeichen für Ablehnung oder Sympathie nicht deuten, so dass sich Depressionen, soziale Isolierung, Leistungsabfall und familiäre Probleme einstellen.
In einem Pilotprojekt möchte die Kindernothilfe die Integration von 15 Schülern und Jugendlichen aus wirtschaftlich armen Familien aus der Hauptstadt Santiago de Chile in 13 Regelschulen fördern. Dabei spielt die Aufklärung von Lehrern, Mitschülern und Familien eine besondere Rolle. So lässt sich eine die Integration der Kinder begünstigende Bildungsumgebung schaffen und zugleich eine Stärkung der sozialen und kommunikativen Fähigkeiten herbeiführen. Geplante Aktivitäten: Es sollen eine Vielzahl von Aktivitäten mit den Kindern und Jugendlichen, Eltern sowie Lehrern und Bildungseinrichtungen durchgeführt werden. Dazu gehören:
Kinder mit "Asperger-Syndrom" sind in der nicht-sprachlichen Kommunikation eingeschränkt, z. B. was das In-die-Augen-Schauen angeht. Ihnen fällt es außerdem schwer, Beziehungen zu Gleichaltrigen aufzubauen und Vergnügen, Interessen oder Errungenschaften mit anderen zu teilen. Deutlich mehr Jungen als Mädchen haben das "Asperger-Syndrom". Laut Weltgesundheitsorganisation ist dies eine tiefgreifende Entwicklungsstörung. Diese gehört zu den autistischen bzw. psychischen Behinderungen. Autismus Unter Autismus versteht man eine lebenslange, bis heute nicht heilbare psychische Behinderung, bei der Beeinträchtigungen der sozialen Kommunikation, der emotionalen Entwicklung und der sprachlichen Kompetenzen im Mittelpunkt stehen. "Insel-Begabungen", wie im Film "Rain Man" gezeigt, sind selten, gehören jedoch auch zu den autistischen Behinderungen.
Nigeria: Hilfe zur Selbsthilfe In Nigeria fördert die Arnold-Janssen-Solidaritätsstiftung ein Projekt, bei dem es um die Sicherstellung der Wasserversorgung einer technischen Schule in einem von Armut gekennzeichneten Stadtbezirk Enugus geht. Die Diözese hat hier in Zusammenarbeit mit einheimischen und ausländischen Partnern vor einigen Jahren eine Schule errichtet, in denen Jugendliche eine handwerkliche Ausbildung erhalten.Für Kinder in Nigeria, zumal aus armen Familien, ist die Aussicht, später arbeitslos zu werden, nahezu gewiss. Nigeria ist der bevölkerungsreichste Staat Afrikas. Mehr als 70 Prozent der rund 130 Millionen Menschen leben unterhalb der international definierten Armutsgrenze (d.h. sie haben weniger als 1 US-$ pro Kopf und Tag zum Leben). Laut der OECD zählte Nigeria zu den 20 ärmsten Ländern der Welt. Hohe Säuglings- und Kindersterblichkeit, Analphabetismus und Landflucht kennzeichnen das Land. Hauptgrund der immensen Arbeitslosigkeit ist ein Mangel an beruflicher Ausbildung. Wer das „Glück“ hat, ein Handwerk erlernen zu können, findet in Nigeria auch Arbeit. Die 2003 gegründete Schule ist ausgelegt auf 250 Ausbildungsplätze für Jugendliche ab 17 Jahren aus armen Familien. Als Ausbildungs-Sparten werden angeboten: Schweißen und Metallverarbeitung, Kfz-Mechanik und -Elektrik, Blechverarbeitung und Karosseriereparaturen, Elektroinstallation/Elektronik, Klimatechnik, Zimmerei/Schreinerei und Kunsthandwerk (z.B. Keramik). Den laufenden Unterhalt kann die Schule bereits dank eigener Fertigung selbst bestreiten. Örtliche Handwerksbetriebe und andere Unternehmen übernehmen nicht nur Absolventen der Schule, sondern erteilen dieser auch Zulieferungsaufträge. KONGO: SoforthilfeIn der Demokratischen Republik Kongo fördert die Arnold-Janssen-Solidaritätsstiftung die Wiedererrichtung und künftige Erweiterung einer Grundschule. In der Nacht vom 23. April 2007 hat dort ein Tornado in der Stadt Bandundu über 200 Häuser und eine Grundschule verwüstet. Bandundu ist die Hauptstadt der Provinz Kongo, die im Westen der gleichnamigen Republik liegt, rund 300 Kilometer von der Hauptstadt Kinshasa entfernt. Die vom jahrelangen Bürgerkrieg gezeichnete Republik Kongo gehört mit 46,5 Millionen Einwohnern zu den ärmsten Ländern der Welt. In Bandundu leben die meisten der rund 120.000 Einwohner von der Landwirtschaft. Die Anbaumethoden sind nahezu die gleichen wie vor 100 Jahren. Die Felder werden in der Savanne angelegt und mit Hacke und Buschmesser bearbeitet. Die Feldarbeit erfolgt bei großer Hitze, die Temperaturen von bis zu 50 Grad erreichen kann. |



Das "Asperger-Syndrom"
In Nigeria fördert die Arnold-Janssen-Solidaritätsstiftung ein Projekt, bei dem es um die Sicherstellung der Wasserversorgung einer technischen Schule in einem von Armut gekennzeichneten Stadtbezirk Enugus geht. Die Diözese hat hier in Zusammenarbeit mit einheimischen und ausländischen Partnern vor einigen Jahren eine Schule errichtet, in denen Jugendliche eine handwerkliche Ausbildung erhalten.

